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Best-Practice: Intelligentes Flächenmanagement & qualitative Lebensraumgestaltung


Stadt- und Freiraumqualität: Ensemblewirkung in Ladenburg



Am 26. November 2009 fand die 10. Veranstaltung der erfolgreichen Best-Practice Reihe statt. Im Domhof in Ladenburg trafen sich Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, um dort näheres zum Präsentationsthema „Stadt- und Freiraumqualität. Ensemblewirkung in Ladenburg“ zu erfahren. Eröffnet wurde die Veranstaltung durch den Bürgermeister der Stadt Ladenburg, Rainer Ziegler. In seiner Begrüßungsrede stellte er prägnant und anschaulich den Jahrzehnte dauernden Prozess innerstädtischer Entwicklung vor - von der Objektsanierung bis zur Ensemblewirkung. Letztere beinhaltet neben der Stadtsanierung gleichermaßen die Freiraumgestaltung, die den (Hoch-)Wasserschutz und Grünprojektmaßnahmen in und um Ladenburg integriert.

Anschließend informierte Dagmar Gebhardt von Re2area die ca. 40 Teilnehmer der Veranstaltung einführend über die Intention der Best-Practice Reihe zum Thema Intelligentes Flächenmanagement und qualitative Lebensraumgestaltung. Dabei hob sie die Bedeutung des Umweltkompetenzzentrums hervor, das sich unter anderem

zur Aufgabe gemacht hat, Netzwerke kompetenter Partner aufzubauen, die sich für den nachhaltigen Schutz von Flächen engagieren. Eine intelligente Flächennutzung ist für die gesamte Metropolregion eine ökologische Verantwortung gleichzeitig aber auch eine wirtschaftliche Notwendigkeit.

Thomas Ott von IUVA sieht aus den gleichen Gründen eine Förderung der Metropolregion in diesem Bereich als zentralen Punkt an. Die Frage, die sich dabei stellt ist, wie dies ganz konkret erreicht werden kann. Der Fokus liegt dabei auf der Innenentwicklung von Städten und Gemeinden. Wohnstandorte müssen aufgewertet werden,

Brachflächen genutzt und Freiräume geschützt werden. Jedoch sollte bei jeder Planung die Einbeziehung der Bürger nicht außer Acht gelassen werden.

Ministerialrat Stefan Gloger vom Umweltministerium Baden-Württemberg konzentrierte sich in seinem Vortrag auch auf die Innenentwicklung. Politisch aktuell ist dabei die Reduktion der Flächeninanspruchnahme nach Außen und somit eine Schonung landwirtschaftlich genutzter Flächen. Baden-Württemberg setzt sich dabei aktiv für ideale (rechtliche) Rahmenbedingungen zum Flächensparen ein. Gleichzeitig muss eine größere Flächeneffizienz im Inneren stattfinden. Das seit 2007 bestehende Aktionsbündnis „Flächen gewinnen“ ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Als Anreiz für Städte und Gemeinden stellt das Bündnis auf ihrer Webseite (www.fokosbw) einen kostenlosen Folgekostenrechner zur Verfügung. Zusätzlich bietet das Umweltministerium eine Broschüre an, die die Bausteine einer

erfolgreichen Innenentwicklung veranschaulicht und fördert Pilotprojekte, die das Thema „Flächen entwickeln durch Innenentwicklung“ umsetzen.

Andre Rehmsmeier stellt den Teilnehmern der Veranstaltung konkrete stadtplanerische Projekte der Stadt Ladenburg vor. So beispielsweise die Neunutzung der ehemaligen Autofabrik Benz&Söhne als Automuseum. Aktuell konzentriert sich Stadtplanung auf die Innenentwicklung in der Weststadt, die den Stadtteil enger mit der Altstadt verbinden soll. Erreicht wird dies unter anderem durch die Aktivierung von bestehenden Brachflächen und durch eine Umstrukturierung. Ein weiteres aktuelles Thema ist die Schaffung eines S-Bahnanschlusses.

Landschaftsarchitekt Christof Luz lenkt in seinem Vortrag die Aufmerksamkeit auf den stadtplanerischen Bereich der Freiraumplanung. Freiraumgestaltung prägt eine Stadt und trägt zu ihrer Identität bei. Am Beispiel Ladenburg zeigt Luz auf, welche Vorüberlegungen notwendig sind, um eine maßgeschneiderte Konzeption entwickeln

zu können. Eine gute Basis für eine erfolgreiche Umsetzung bot die gut erhaltene historische Altstadt und das Gesamtkonzept früherer Stadtplaner. Darauf aufbauend wurden vernachlässigte Freiräume und die Stadteingänge neu gestaltet, eine Verbindung zwischen Stadt und Neckar mit integriertem Hochwasserschutz geschaffen und Verkehr und Parkmöglichkeiten entwickelt. Christof Luz weist jedoch auch auf die soziale Komponente einer Freiraumplanung hin. Diese sollte immer für die Bürger sein. Schließlich seien zufriedene Bürger auch engagierte Bürger.

Christoph Trinemeier vom Verband Region Rhein-Neckar lenkt in seinem Vortrag die Aufmerksam über die Stadt- und Gemeindegrenzen hinaus und stellt Ideen und Ziele des Regionalparks Rhein-Neckar vor. Durch kooperative Kommunalplanung sollen zukünftig Projekte verwirklicht werden, die der Weiterentwicklung der Stadt- und Landschaftsqualität zu Gute kommen. Der Fokus wird dabei auf Grünprojekte und das Projekt „blaue Landschaften“ gerichtet, aber auch auf die Erschließung und Vernetzung der Regionalparkrouten.

Die Veranstaltung verdeutliche, dass eine qualitative Lebensraumgestaltung die Attraktivität einer Kommune für Bürger und Unternehmen gleichermaßen erhöht. Lebensraumgestaltung beinhaltet effektive und somit nachhaltige Stadtplanung. Diese umfasst die Freiraumgestaltung innerhalb einer Gemeinde, aber auch das Gebiet um eine Gemeinde. Dabei sollte verstärkt auf die Reduktion der Flächeninanspruchnahme nach Außen geachtet werden. Zur Realisierung Erfolg versprechender Projekte in diesem Bereich setzt die Metropolregion verstärkt auf eine Vernetzung von Kommunen und Kompetenzen.