Umwelt- und Verkehrsministerin Tanja Gönner hat in Stuttgart grünes Licht für das INTERREG IV-A Projekt "Qualitätsorientiertes Flächenmanagement in kleinen und mittelgroßen Kommunen am Oberrhein" gegeben. In einem grenz-überschreitenden Verbundprojekt haben sich zwölf kleine und mittelgroße Kommunen am Oberrhein zusammengetan. Projektkommunen sind Au am Rhein Bischweier, Bollschweil, CC de la Vallée de Kaysersberg, CC de la Vallée de Saint-Amarin, Chalampé, Ebersheim, Gengenbach, Griesheim-sur-Souffel, Nordrach, Saales und Sexau. Sie liegen allesamt in der prosperierenden und attraktiven Region Oberrhein. Die Kommunen tauschen Wissen aus und wollen Konzepte entwickeln, um den enormen Flächenverbrauch durch Siedlung und Verkehr zu verringern. Intelligentes Flächenmanagement soll helfen. Insgesamt wird das Projekt mit 490.000 Euro ausgestattet, die Hälfte kommt von der EU. "Wir wollen den grenzüberschreitenden Austausch zwischen Kommunen mit unterschiedlichen Planungskulturen. Wir wollen voneinander lernen“, erklärte die Umweltministerin. Das Land fördert das Projekt mit rund 100.000 Euro aus Mitteln der Umweltforschung. Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) beteiligt sich mit 35.500 Euro, und die französische Seite mit Conseil Régional d’Alsace, Direction Régionale de l'Environnement, de l'Aménagement et du Logement (DREAL) und Conseil Général du Bas-Rhin, Université de Strasbourg zusammen mit 111.000 Euro.
Die kleinen und mittelgroßen Kommunen und insbesondere deren Bürgermeister, seien vor Ort mit der Umsetzung eines kommunalen Flächenmanagements betraut. Sie entscheiden weitestgehend über die Flächennutzung und künftige Stadtentwicklungsprojekte ihrer Gemeinde, bei denen verschiedene Akteure mit unterschiedlichen Interessen und widersprüchlichen Zielsetzungen berücksichtigt werden müssten. Oftmals ausgestattet mit nur begrenzten finanziellen Mitteln seien sie mit komplexen Problemen und schwierigen Entscheidungen konfrontiert. "Dieses Projekt soll helfen neue Wege zu gehen", erklärte die Ministerin. Über den Austausch von Kenntnissen und Erfahrungen hinaus sollen innovative Leitfäden und Werkzeuge für ein qualitätsorientiertes Flächenmanagement entwickelt werden. "Wichtig ist dabei, dass sie für die kleinen und mittel-großen Kommunen praxistauglich sind", so Gönner. Diese sollen dann über runde Tische, eine Wanderausstellung sowie regelmäßige Exkursionen breit diskutiert werden.
"Qualtiätsorientiertes Flächenmanagement ist ein wesentliches und wirksames Instrument einer nachhaltigen Flächenhaushaltspolitik. Konkrete praktische Schritte und Vorschläge dazu stehen im Mittelpunkt dieses Vorhabens“, erklärte die Ministerin. Man erwarte weiterführende, übertragbare Erkenntnisse darüber, wie es gelingen kann, qualitätsorientiertes Flächenmanagement zum Wohle kleinerer und mittlerer Kommunen zu installieren und als dauerhaften Prozess zu stabilisieren. Es gehe darum, dass die Gemeinden zukunftsweisende Innenentwicklungsvorhaben erarbeiten, Brachen und Baulücken besser erfassen und nutzen. So könnten beispielsweise gut erreichbare Nah- und Grundversorgung geschaffen werden. "Deren Kennzeichen sind Infrastrukturangebote zur Deckung des täglichen Bedarfs, mit sozialen Kontakten, kurzen Wegen, mit guter Erreichbarkeit mit dem öffentlichen Nahverkehr, dem Fahrrad oder zu Fuß sowie eine effiziente und ökologische Energieversorgung, die sich in kompakten Siedlungsstrukturen leichter realisieren lässt", so Gönner. "Der Flächenverbrauch in Baden-Württemberg ist trotz des Rückgangs von zwölf Hektar am Tag im Jahr 2000 auf 8,2 Hektar am Tag im Jahr 2008 weiter zu reduzieren", erklärte Gönner. Über die bisherigen Maßnahmen hinaus sollen daher weitere Schritte unternommen werden. "Wir bleiben weiter dran am Thema", so die Umweltministerin.
Quelle: Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr Baden-Württemberg